Zwei ganz unterschiedliche Prenzlau-Termine standen in meinem Kalender. Am frühen Nachmittag hatte ich die Gelegenheit, das Jugendhaus Puzzle und das Bürgerhaus am Georg-Dreke-Ring genau kennenzulernen. Michael Relitz, der Leiter des Jugendhauses, begrüßte mich im „Wir &Wir“, wie sich die beiden Einrichtungen gern bezeichnen. In beiden Hälften, des ursprünglich als Kindereinrichtung gebauten Gebäudes, finden ganz unterschiedliche Interessengruppen passende Räumlichkeiten. Im Jugendbereich nutzt ein relativ fester Stamm die unterschiedlichen Freizeitmöglichkeiten. In der anderen Hälfte des Hause sind die reiferen Generationen zu Hause. Ein Eltern-Kind-Zentrum, der Kostümfundus und eine Schiedsstelle befinden sich hier. Um selber einen Anteil des benötigten Geldes, beispielsweise für Renovierung und Neuanschaffungen, zu erwirtschaften, werden die Räumlichkeiten auch vermietet. Zeitgleich mit mir waren Techniker vor Ort, die Möglichkeiten für einen dringend benötigten Internetanschluss prüften.
Später traf ich mich mit der Verwaltungsleiterin des Kreiskrankenhauses Prenzlau, Christiane Reinefeldt und dem Assistenten der Pflegedirektion der Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) Marcel Szendzielorz. Zunächst sprachen wir über den Vertrauensverlust, der durch die Schließung der Geburtenstation, bei der Bevölkerung und den niedergelassenen Ärzten unweigerlich entstanden ist. Wir diskutierten die bekannten Ursachen, aber auch über Maßnahmen, die dazu beitragen könnten, das Vertrauen zurück zu gewinnen. So ist in letzter Zeit ein plastisch-ästhetisches Zentrum mit zwei festen Arztstellen entstanden, für die vertragliche Betreuung von Privatpatienten sind Einzelzimmer geschaffen worden, und eine neue Schlaganfall-Spezialeinheit, die eine qualitativ bessere Versorgung mit hochmodernen telemedizinischen Behandlungsmöglichkeiten bietet, ist entstanden. Insgesamt gehe es darum, Medizin für hier lebende Leute zu entwickeln, ganz konkret den demographischen Bedingungen gerecht zu werden. Den Patienten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen oder dieses nach einer schweren Krankheit wieder herzustellen, ist ein weiteres Hauptziel, betonte Christiane Reinefeldt. Im Jahr 2011 konnte erstmalig der Negativtrend der Kosten etwas aufgehalten werden, das Minus wurde um 700.000 € gesenkt. Die jüngsten Vorhaben, der Kauf der Wolletz-Klinik und der Bau eines Pflegeheims auf dem Gelände des Krankenhauses Prenzlau, werden immer im Verbund mit der GLG gesehen. Eine wesentliche Voraussetzung für die weitere positive Entwicklung des Prenzlauer Krankenhauses ist der Erhalt der 125 Betten in der Krankenhausplanung 2013 des Landes Brandenburg. Dazu werde ich mit den Verantwortlichen der Landesregierung in Verbindung treten.