12. Januar 2012 Axel Krumrey

Suspendierung richtiger Schritt

Zur Suspendierung eines Fußball-Schiedsrichters wegen rechtsextremer Parolen im Internet erklärt der stellv. Vorsitzende der LINKEN.Uckermark, Axel Krumrey:

Es ist ein offenes Geheimnis, dass rechtsextreme Kameraden zivilgesellschaftliches Engagement für sich entdeckt haben. Zu dieser Strategie der Unterwanderung oder auch der kulturellen Subversion, haben unter anderem die NPD und deren Jugendorganisation aufgerufen. Der nun in den Medien diskutierte Fall dürfte dabei allerdings nur die Spitze des Eisberges sein. Die braunen Strategen haben sich längst in verschiedenen gesellschaftlichen Strukturen festgesetzt. Als aktiver Fußballer begegnen mir nicht selten menschenverachtende Parolen oder einschlägige Nazi-Klamotten am Spielfeldrand und eindeutige Tattoos bei Gegenspielern. Umso wichtiger ist es, dass jetzt schnell gehandelt wurde. Die Suspendierung kann dabei aber nur ein erster Schritt sein und auch die Verhandlung vor einem Sportgericht reicht als Ahndung rassistischer Ausfälle nicht. Es ist eben keine Jugendsünde oder gar ein Versehen, wenn man unter falschem Namen ein Profil in einem Onlinenetzwerk erstellt, um dort Nazi-Propaganda zu verbreiten. Mit einer Entschuldigung darf ein solches Vergehen nicht abgehakt sein. Auch strafrechtlich relevante Aspekte sollten hier geprüft werden. Dass diese Person auch Mitglied der NPD sein soll, würde gleich zweierlei bestätigen: die rechtsextreme Ausrichtung dieser Gruppierung sowie die Strategie der Unterwanderung.

Natürlich sind den Verantwortlichen in den Vereinen oftmals die Hände gebunden, wenn es darum geht, gegen solche Tendenzen vorzugehen. Nicht selten wird das Problem zudem kleingeredet. Man glaubt, die rechte Gesinnung könne sich beim Sport eh nicht entfalten. Dem ist jedoch mitnichten so. Deshalb brauchen die Aktiven die Unterstützung der Politik auf allen Ebenen und keine Verniedlichung des Problems durch die Gleichsetzung von menschenfeindlichen Theorien mit linkem Protest. Bildung und gelebte weltoffene Kultur sind die Schlüssel, um die rechtsextremen Weltbilder aus den Köpfen zu treiben. Dabei kann auch der Landkreis seinen Beitrag leisten, aber nicht, indem er ein Arbeitsmarktprogramm beschließt, dass nicht viel mehr als Phrasen enthält oder beim Weiterbildungsangebot im Landkreis kürzt. Die Gefahr von rechts ist da und darf nicht weiter unterschätzt werden. Es gilt, ein spezielles Angebot dagegen zu entwerfen und die bereits bestehenden Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus stärker zu unterstützen.

Axel Krumrey
Stellv. Kreisvorsitzender